2G-Plus*-Regelung im Bandhaus Theater

Die Gesundheit unserer Gäste und Darsteller*innen liegt uns am Herzen. Bitte beachten Sie daher die aktuellen Besucherregeln ...

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Clara Schumann im Herbst 2022

Das Theaterstück „Clara Schumann – Die Patriarchin“ über das Leben und Werk der Künstlerin, wird voraussichtlich im Herbst 2022 wieder gezeigt. Bereits in der letzten Spielzeit gekaufte Karten, behalten ihre Gültigkeit oder können zurückgegeben werden.

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Die neue Spielzeit

Es beginnt der Herbst, und es beginnt alsbald wieder das Theaterleben. Nach unserem Festivalsommer, der noch einen gehörigen Arbeitsaufwand zu Abwicklung benötigt hat und bestimmt nicht der letzte seiner Art war, und nach ebenso nötiger Urlaubszeit sind wir intensiv am Planen und am Proben.

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Der 1. Backnanger Kultursommer fand erfolgreich statt!

Über 60 Veranstaltungen fanden auf sechs verschiedenen Bühnen in und um Backnang statt. Besuchen Sie unsere Kultursommer-Homepage hier

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Digitales Bandhaus Theater

Das Bandhaus Theater hat seinen ersten digitalen Lyrik-Nachmittag erfolgreich hinter sich gebracht. Christian Muggenthaler hat die Dichterin Mascha Kaléko und deren Lyrik vorgestellt.

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ÜberFaust - eine inszenierte Werkeinführung

Das Bandhaus Theater befindet sich momentan noch in der Kreativpause. Unter www.ueberfaust.de finden Sie den Film zu unserer neuen Produktion "ÜberFaust – eine inszenierte Werkeinführung". Sobald es die aktuelle Lage zulässt, gibt es das ganze Stück auch live auf der Bandhaus-Bühne zu sehen. Wir freuen uns, Sie hoffentlich bald wieder persönlich begrüßen zu dürfen!

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Aktuelles

Clara Schumann im Herbst 2022

Große Kunst im kleinen Haus: Premiere von „Clara Schumann – Die Patriarchin“ im Bandhaus-Theater Backnang endet mit stehenden Ovationen.

 

Von Renate Schweizer

 

BACKNANG. Jeder kennt Clara Schumann. Keiner kennt Clara Schumann. Sie war das Ripp, das den sensiblen Robert Schumann, ihren Ehemann, in den Wahnsinn getrieben hat. Sie war ein Star. Sie war das Opfer eines narzisstischen Übervaters. Sie war eine große Klaviervirtuosin. Sie war geldgeil – nicht umsonst war sie das Gesicht auf dem 100-DM-Schein. Sie hatte viele Kinder. Sie war eine schlechte Mutter. Sie war ein Pflichtmensch. Sie brachte jedes Opfer für den Erfolg.

Wer war Clara Schumann? Und wer will das überhaupt wissen? Alle wollen es wissen, die bei der Premiere von „Clara Schumann – Die Patriarchin“ im Bandhaus-Theater gewesen sind. Aus Sympathie für die Theatermacherinnen waren die meisten hingegangen und weil man in Backnang inzwischen blindlings ins Bandhaus-Theater geht, egal was gespielt wird, erst recht in die Eigenproduktionen. Zu Beginn der ausverkauften Vorstellung hatten die wenigsten unter den Zuschauern irgendwas mit Clara Schumann am Hut. Als sich nach fast zwei Stunden ohne Pause der Bann des Publikums im fulminanten Schlussapplaus brach, gab es keine und keinen mehr, die oder der es nicht unbedingt wissen wollte: Wer, zum Kuckuck, war Clara Schumann? Das inzwischen bestens eingespielte Autorenduo Jasmin Meindl und Christian Muggenthaler hatten das Textbuch geschrieben. Es sei im Fall Clara Schumann vor allem ums Weglassen gegangen, so berichtet Meindl vorab. Die Methode besteht darin, zunächst Originalzitate aus Briefen, Presseberichten, von Zeitzeugen und aus der Literatur zu sammeln und dann: Weglassen. So viel weglassen, dass am Ende eine bühnentaugliche Geschichte entsteht. Eine Geschichte, die zu drei Vierteln aus Originalzitaten besteht. Eine Geschichte, die vom ersten Moment an das Publikum in Bann schlägt.

Bühnendunkel. Ein Schatten (Gerhard Kleesattel) huscht über die Bühne und verschwindet hinter dem Klavier. Er wird den Abend musikalisch begleiten – ausschließlich mit Kompositionen von Clara Schumann. Eine Frau mit Kerze tritt herein (Lena Sutor-Wernich), schwarz ist sie, streng, traurig und wunderschön. Ist das Clara Schumann? Nein, es ist die Erzählerin von Claras Geschichte. Sie zählt die Lebensdaten auf: Geboren, Trennung der Eltern, erstes Konzert, erste Komposition, erste Reise, Robert Schumann, erstes Kind, zweites Kind, Reisen, Arbeiten, noch ein Kind, noch eins, noch eins, Totgeburten, Roberts Wahnsinn, Reisen, Arbeiten, Roberts Tod, Arbeiten, Reisen, Schlag auf Schlag geht das.

Schwindlig kann einem werden von Anfang an. Schwindlig und ein bisschen übel. Zwischendurch zündet die Erzählerin hier und da ein Lämpchen an, die Bühne wird heller. Wo sind wir? Speicher? Arbeitszimmer? Wohnzimmerchen? Irgendetwas dazwischen wird es wohl sein. Die Schrift auf Wand und Boden ist Notenschrift, handgeschrieben, schwungvoll fließend, elegant. Alles ein wenig vergilbt, warm und würdevoll. In der Ecke ein kleiner Bullerofen, der im Verlauf der Geschichte noch eine wichtige Rolle spielen wird. Ansonsten überall Kästen, Kisten und Stapel von Briefen und verstaubtem Papier (Bühnenbild: Peter Engel). Hier wird ein Nachlass gesichtet. Von der ältesten Tochter, die ihre Mutter wie eine Heilige verehrt und damit den elterlichen Auftrag erfüllt, dem Clara selbst sich verweigert hat. Eine Frau, die niemals ihr eigenes Leben lebt und alle Briefe und Zeugnisse vernichtet, die nicht in ihr Bild von der Mutter passen. Lena Sutor-Wernich spielt Marie, die Tochter, zurückhaltend, mit extrem gebremstem Temperament. Nur wenn sie singt, bricht ihre Kraft sich Bahn mit einer Stimme, die fast zu groß ist fürs kleine Bandhaus-Theater und entschieden zu groß für dieses kleine, zurückgenommene Leben des Verzichts auf alles Eigene, ein Leben, gewidmet der Verehrung der überlebensgroßen Eltern. Mehr Personal als den Mann am Klavier und Claras Tochter braucht die Geschichte nicht. Die Stimmen aus den Briefen des Ehepaars werden aus dem Off eingespielt: Leslie Roehm spricht Clara, Uwe-Peter Spinner Robert Schumann. Die ausgefuchste Technik dieser Einspielungen übrigens ist, wie sie sein soll: unspürbar.

Ob man am Ende erfährt, wer Clara Schumann war? Was jedenfalls klar wird: Genialen Männern wird (fast) alles verziehen. Genialen Frauen (fast) nichts.

 

 

Weitere Aufführungen im Bandhaus-Theater gibt es am
31.01.2020 um 20 Uhr
01.02.2020 um 20 Uhr
08.03.20 um 11 Uhr
sowie am 19.06.20 um 20 Uhr

 

 

Quelle: Backnanger Kreiszeitung Stadt & Kreis, 02.12.2019

Clara Schumann – Die Patriarchin. Foto: Alex Becher
Clara Schumann – Die Patriarchin. Foto: Alex Becher
Clara Schumann – Die Patriarchin. Foto: Alex Becher
Clara Schumann – Die Patriarchin. Foto: Alex Becher
Clara Schumann – Die Patriarchin. Foto: Alex Becher
Clara Schumann – Die Patriarchin. Foto: Alex Becher
Clara Schumann – Die Patriarchin. Foto: Alex Becher
Clara Schumann – Die Patriarchin. Foto: Alex Becher
Clara Schumann – Die Patriarchin. Foto: Alex Becher
Clara Schumann – Die Patriarchin. Foto: Alex Becher

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