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Dreigroschenoper NEUE TERMINE IM HERBST

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Aktuelles

Schultheatertage 2016

"Wir hoffen auf Festivalstimmung"

Hochkarätige Dozenten bei den zweiten Schultheatertagen am Bandhaus Theater Backnang

„Es war richtig, richtig toll!“ Nach den ersten Schultheatertagen im vergangenen Jahr erhielten die Bandhaus-Theaterleiterinnen Jasmin Meindl und Juliane Putzmann Rückmeldungen wie diese. Morgen gehen die Schultheatertage am Bandhaus nun in die zweite Runde. Alles dreht sich zwischen 20. und 22. Juli ums Inszenieren und Theater spielen.

Von Ingrid Knack

BACKNANG. 97 Schüler aus sechs Schulen dürfen zwischen Mittwoch und Freitag im Bandhaus Theater Festivalatmosphäre schnuppern. Sieben Gruppen sind am Start, im vergangenen Jahr waren es noch vier mit insgesamt 35 Schülern. Es hat sich also schnell herumgesprochen, dass die Theatertage etwas ganz Besonderes sind, bei denen man jede Menge lernen und obendrein viel Spaß mit Gleichgesinnten haben kann. Statt zwei Tagen wie 2015 gibt es jetzt drei Tage voller Inspirationen.

Lernen können die Teilnehmer nicht nur von den Theaterpädagoginnen Jasmin Meindl und Juliane Putzmann, sondern auch von weiteren renommierten Dozenten. Diese beurteilen die von den Schulen zuvor einstudierten Stücke und geben Tipps, wie man an den Inszenierungen technisch, dramaturgisch oder schauspielerisch feilen kann, um ein noch besseres Ergebnis zu erzielen. Zudem leiten sie Workshops – die Schüler besuchen jeden Tag einen der Workshops, für die Räume in der Volkshochschule, im Bürgerhaus und in der Jugendmusikschule zur Verfügung gestellt werden. Dabei treffen Schüler aus unterschiedlichen Schulen aufeinander.

Im Workshop von Isabelle Stolzenburg befassen sich die Teilnehmer mit biografischem Theater. Die Dozentin kennen die Backnanger Theaterleiterinnen noch aus ihrer Zeit an der Theaterwerkstatt in Heidelberg. Um den „Klang der Dinge“, speziell um den Einsatz von Geräuschen, geht es unter der Anleitung von Günter Maurer, Autor, Hörspielregisseur beim SWR und Dozent an der staatlichen Hochschule für darstellende Kunst Stuttgart im Bereich Sprechkunst und Mediensprechen.

André Uelner ist ausgebildeter Opernsänger. Sein Thema ist die Musik in einem Theaterstück. Zu seinen Arbeitsfeldern gehören ansonsten neben dem Gesang (Musik-)Theaterpädagogik, Musikvermittlung, Kulturmanagement und Chorleitung. Lorenz Hippe leitet den Lehrer-Workshop. Er lebt in Berlin, ist Vorsitzender des Bundesverbands Theaterpädagogik (BuT) und arbeitet bundesweit als Dozent für Theaterpädagogik und Szenisches Schreiben. Bei den Schultheatertagen steht Szenisches Schreiben auf dem Lehrplan. Zu diesem Workshop können noch Externe dazustoßen, die Teilnahme kostet 30 Euro. Auch Deutschlehrer, die nicht mit einer Theater-AG bei den Schultheatertagen vertreten sind, dürfen am Donnerstag, 21. Juli, von 11 bis 14 Uhr mitmachen.

Mit Schultheatertage-Teilnehmern probiert Lorenz Hippe auch, wie „Theater Direkt“ funktioniert: Eine Gruppe erfindet aus dem Moment heraus eine eigene Geschichte und setzt diese szenisch um. Vor über 30 Jahren wurde diese Art des Impro-Theaters in England unter dem Namen „Instant Theatre“ von R. G. Gregory und seiner Gruppe „word and action“ kreiert. Auch Christian Schidlowsky ist bei den Theatertagen mit dabei. In Nürnberg gründete er das Theater Pfütze und leitete es vierzehn Jahre lang als Hausregisseur und -autor. Seit Anfang 2000 arbeitet er freiberuflich als Regisseur, Autor und Ausbilder. Er inszeniert regelmäßig am Theater Schloss Maßbach und am Stadttheater Fürth. In der Bandhaus-Theater-Inszenierung „Pension Schöller“ führt er Regie.

Dass sich so hochkarätige Dozenten detailliert mit der Arbeit von Schulen in Backnang und Umgebung auseinandersetzen, ist eine schöne Belohnung und Wertschätzung für die Schüler und Lehrer, die für die Theaterarbeit viel Zeit – über ihr übliches Schulpensum hinaus – investieren. Jasmin Meindl spricht von der „tollen Arbeit, die an den Schulen geleistet wird“. Bei den Theatertagen haben die Schauspieler und Macher hinter den Kulissen jetzt die Gelegenheit, sich auf einer richtigen Theaterbühne zu beweisen. Und Julian Putzmann fügt an: „Es ist ein Unterschied, ob ich vor Oma, Opa und Eltern oder vor Kollegen spiele.“ Ein „positiver Druck“ soll beflügelnd wirken, es soll aber „keine Leistungsschau sein“, erklären die Theaterpädagoginnen. Erwünscht ist ausdrücklich, dass die jungen Schauspieler, die mal auf der Bühne stehen, mal als Zuschauer im Publikum sitzen, sich bei aller Ernsthaftigkeit auch gegenseitig feiern.

Die Nachgespräche, die es nach jeder Aufführung gibt, bezeichnet Juliane Putzmann als „mit das Wertvollste, was die Schüler aus den Tagen mitnehmen können“. Ein Dozent, darunter Bandhaus-Theater-Dramaturg Christian Muggenthaler, spricht zunächst mit den Mimen, dann ist ein Gespräch zwischen den Ensemblemitgliedern und den Zuschauern geplant. Für jede Aufführung sind übrigens maximal 60 Minuten angesetzt. Bei einem Stück, das im Original zwischen anderthalb und zwei Stunden dauert, musste im Vorfeld also ordentlich gestrichen werden.

Bei den Schultheatertagen vertreten sind das Taus-Gymnasium Backnang („Die Physiker“), die Max-Eyth-Realschule Backnang („Zwischenwelten“), das Max-Born-Gymnasium Backnang („Momo“ und „Wie es euch gefällt“), die Haselsteinschule Waiblingen („Europa“), die Waldorfschule Backnang („Momo“) und das Bildungszentrum Weissacher Tal („Leonce & Lena“). Wer sich für die Aufführungen interessiert, kann im Bandhaus nachfragen, ob es noch freie Plätze gibt. Rund 20 pro Vorstellung können vergeben werden, es existiert bereits eine Reservierungsliste. Gesponsert werden die Schultheatertage von der Rems-Murr-Stiftung, der Backnanger Bürgerstiftung und Backnanger Betrieben.

„Wir hoffen auf Festivalstimmung“, sagt Jasmin Meindl. Die Voraussetzungen dafür sind gut. Selbst die Pausen sind eine Mischung aus Improvisation und Inszenierung. Unterm Sonnensegel im Markgrafenhof wird Wohlfühlatmosphäre mit Sofa und Teppich geschaffen, es kann Federball gespielt, gemeinsam gegessen und gefachsimpelt werden. Dass die Schüler das Backnanger Kulturzentrum für sich erobern, auch das ist ein Ziel der Theaterpädagoginnen.

 

Quelle: Backnanger Kreiszeitung Stadt & Kreis vom 19.07.2016

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