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Arm & Reich

Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere

 

Backnanger Bandhaus-Theater bringt „Arm & Reich“ von Jasmin Meindl und Christian Muggenthaler auf die Bühne – Uraufführung mit Laienschauspielern

 

Was bedeuten die Auswirkungen von Armut und Reichtum für die Menschen? Teilaspekte dieses Themas wurden in der neuen Eigenproduktion des Bandhaus-Theaters mit Laienschauspielern aus der Region in Szenen aufgearbeitet. Die Uraufführung des Stückes „Arm & Reich“ fand am Samstag im proppenvollen Kleinen Theater statt.

 

Von Claudia Ackermann

 

BACKNANG. Kein Sitzplatz ist mehr frei im Kleinen Theater des Bandhauses (Professor Pröpstls Puppentheater). Beim Zusammensitzen an den Tischen herrscht fast Wohnzimmeratmosphäre. Ganz nah dran am Geschehen auf der kleinen, fast ebenerdigen Bühne ist das Publikum bei der Uraufführung des Stückes „Arm & Reich“, das von Theaterleiterin Jasmin Meindl und Dramaturg Christian Muggenthaler geschrieben wurde.

 

Das Stück ist als Theater im Theater angelegt. Die Zuschauer werden eingeladen, Proben beizuwohnen. „Sie sind sicher pfiffige Senioren auf Kaffeefahrt“, begrüßt der Moderator, gespielt von Marco Graf, das Publikum.

 

Statistische Informationen über Armut und Reichtum gibt Gisela (Sabine Feinauer). Bei der Recherche für das Stück, das in Kooperation mit der „Backnanger Liga – Aktionsbündnis gegen Armut“ entstanden ist, wurde im Vorfeld umfangreiches Material zu dem Thema zusammengetragen.

 

Einzelne Darsteller kommen zu Wort. Es geht um Chancengleichheit, etwa bei einer Geschichte, die Britta (Doris Bäßler) erzählt über eine Frau, die keinen Kredit für ihr Haus bekommt. Dass die Schere zwischen Armut und Reichtum nicht nur ein aktuelles Thema ist, sondern weit in die Geschichte zurückreicht, wird in einer humorvoll umgesetzten Szene deutlich. Als Steinzeitmenschen mit zottigen Haaren und Fellbekleidungen betreten die Darsteller die Bühne. Schon damals wurden die Keulen geschwungen, wenn es um die Verteidigung von Nahrungsquellen oder Gütern ging. Das bekannte Lied: „Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere“ wird eingespielt.

 

Für die musikalische Umsetzung ist der Theatermusiker Martin Kubetz aus Regensburg zuständig. Der Multiinstrumentalist spielt in Stücken mal Klavier, mal Akkordeon oder die Blockflöte. Teilweise hat er bei den Liedern auch den Gesang übernommen und am Computer atmosphärische Geräuschuntermalungen kreiert.

 

Das Bühnenbild von Henrik Schrat besteht aus mehreren schwarzen Kisten, Trennwänden und Schildern, die zwischen den Szenen umgebaut werden. Gestapelt ergeben sie etwa einen Kaufladen. Das Publikum wird mit einbezogen, als es um die Aufstellung eines Wocheneinkaufs für eine Person mit Preisangaben geht. Schnell stellt sich heraus, dass die Menge an Lebensmitteln, die vom Publikum zugerufen wird, für viele Menschen überhaupt nicht erschwinglich ist. Immer wieder werden Fakten eingeflochten, wie etwa der Betrag, der einem Hartz-IV-Empfänger wöchentlich für Lebensmittel zur Verfügung steht.

 

Ernste Themen bringt das Stück unterhaltsam auf die Bühne. Fast mystisch wird es, als ein Händler mit schwarzer Kutte und orientalisch anmutendem Käppchen (Felix Schneefeld) den unsichtbaren „weisen Mammon“ (gesprochen von Jutta Rieger-Ehrmann) anruft und ihm als Lohn für Ratschläge ein Stück seiner Menschlichkeit verspricht.

 

Verzweiflung wird in einer Szene deutlich, in der einer Hartz-IV-Empfängerin, gespielt von Rebekka Hahn, unverständliches Beamtendeutsch und Paragrafen von allen Seiten um die Ohren gehauen werden. Das Gedicht „Der Panther“ von Rainer Maria Rilke ist eingeflochten, worauf eine Szene mit dem Panther (Sarah Wörner) hinter Gitterstäben folgt. Nachdenkliche Stimmung kommt auf, als eine alleinerziehende Mutter (Suse Friedemann) von ihren schwierigen Lebensumständen erzählt. Dokumentarisches, Fakten und fantasievoll umgesetzte Szenen sind in dem Stück vereint.

 

Weitere Aufführungen im Kleinen Theater des Bandhauses gibt es am Samstag, 25. November sowie an den Freitagen 12. und 26. Januar 2018 jeweils um 20 Uhr.

 

Quelle: Backnanger Kreiszeitung Stadt & Kreis, 13.11.2017

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